Fehlender Fokus: 60 Prozent aller Fortbildungen für Wirtschaftslehrkräfte fehlt der ökonomische Bezug

Bei den Fortbildungen für Lehrkräfte im Bereich der Ökonomischen Bildung herrscht ein eklatanter Mangel an ökonomischen Inhalten.

60 Prozent der Fortbildungen, die Lehrkräften für die Ankerfächer der Ökonomischen Bildung auf den offiziellen Fortbildungsportalen der Bundesländer angeboten werden, haben keinen inhaltlichen Bezug zur Ökonomischen Bildung. In nur 22,6 Prozent der Fortbildungsangebote enthalten die Beschreibungen explizit ökonomische Inhalte. Zu welchen Anteilen, bleibt jedoch offen. Gerade einmal 15,6 Prozent der Fortbildungsmaßnahmen für Wirtschaftslehrkräfte beziehen sich ausschließlich auf ökonomische Inhalte.

Für die OebiX Schwerpunkt-Studie untersuchte das Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) die Fortbildungsangebote für Lehrkräfte der Ökonomischen Bildung, die im Zeitraum vom 15. August 2022 bis zum 14. August 2023 auf den offiziellen Portalen der Bildungsministerien der Länder angeboten wurden. Dabei wurden die Dauer der Maßnahmen, die Berücksichtigung fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Inhalte sowie die Rolle von Erprobungsphasen und Praxiskontakten analysiert.

Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet über „erhebliche Defizite bei Fortbildungsangeboten“

  • FAZ Erhebliche Defizite bei Fortbildungen für Wirtschaftslehrkräfte
Anteil Fortbildungsangebote Ökonomische Bildung
Anteil Fortbildungsangebote Ökonomische Bildung
1744
100%
1744
1744
1744
153
100%
153
153
153
63
100%
63
63
63

Gesamtangebot Fortbildungen

Anzahl aller Fortbildungen, die Lehrkräften für die Ankerfächer der Ökonomischen Bildung auf den Fortbildungsportalen der Bundesländer angeboten werden (Zeitraum 15.08.2022 bis 14.08.2023). Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 1.744 Fortbildungen angeboten.

Alle Fortbildungen zur Ökonomischen Bildung (ÖB)

… davon Fortbildungen mit inhaltlichem Bezug zur Ökonomischen Bildung

Anzahl/Anteil aller angebotenen Fortbildungen, die einen inhaltlichen Bezug zur Ökonomischen Bildung haben bzw. haben können. Hierzu zählen u. a. Angebote, in denen übergeordnete Themen und Bezüge genannt werden. Diese Angebote sollten auch ökonomische Inhalte enthalten, sie werden darin aber nicht ausdrücklich genannt. Daher ist nicht gesichert, dass Ökonomische Bildung dort auch stattfindet.

… davon mit inhaltl. Bezug zur ÖB

… davon Fortbildungen mit explizit genanntem inhaltlichem Bezug zur Ökonomischen Bildung

Anzahl/Anteil der angebotenen Fortbildungen, in deren Beschreibungen explizit Inhalte mit Bezug zur Ökonomischen Bildung genannt werden, z. B. „Gerechte Marktwirtschaft? Soziale Ungleichheit und Allgemeine Wirtschaftspolitik schülergerecht unterrichten“.

… davon mit explizitem inhaltl. Bezug zur ÖB

… davon Fortbildungen mit ausschließlichem Bezug zur Ökonomischen Bildung

Anzahl/Anteil der angebotenen Fortbildungen, die ausschließlich Ökonomische Bildung oder wirtschaftsdidaktische Inhalte zum Gegenstand haben, z. B.: „Finanzkompetenz kompetenzorientiert unterrichten“.

… davon mit ausschl. Bezug zur ÖB

Stand: 31.03.2024 Quelle: OeBiX Schwerpunkt-Studie „Fortbildungsangebote für die Ökonomische Bildung“, Hg. Flossbach von Storch Stiftung, wissenschaftliche Realisation: IÖB Oldenburg; Datenbasis: Angebote für Lehrkräfte der Ökonomischen Bildung auf den offiziellen Fortbildungsportalen der Bundesländer, Erfassungszeitraum: 15.08.2022 – 14.08.2023

Fehlender Fokus: 60 Prozent aller Fortbildungen für Wirtschaftslehrkräfte enthalten keinerlei ökonomischen Bezug

Anzahl aller Fortbildungen, die Lehrkräften für die Ankerfächer der Ökonomischen Bildung auf den Fortbildungsportalen der Bundesländer angeboten werden (Zeitraum 15.08.2022 bis 14.08.2023).

Anteil Fortbildungsangebote Ökonomische Bildung
153
100%
153
153
153
63
100%
63
63
63

Alle Fortbildungen zur Ökonomischen Bildung (ÖB)

… davon mit inhaltl. Bezug zur ÖB

… davon mit explizitem inhaltl. Bezug zur ÖB

… davon mit ausschl. Bezug zur ÖB

In den Fortbildungsangeboten fehlt oft der inhaltliche Bezug zur Ökonomischen Bildung

Nur 15,6 Prozent der Angebote befassen sich ausschließlich mit Ökonomischer Bildung

60 Prozent der Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, die Lehrkräften für die Ankerfächer der Ökonomischen Bildung auf den offiziellen Fortbildungsportalen der Bundesländer angeboten werden, haben keinen inhaltlichen Bezug zur Ökonomischen Bildung. In nur 22,6 Prozent der Fortbildungsangebote enthalten die Beschreibungen explizit ökonomische Inhalte. Zu welchen Anteilen, bleibt jedoch offen. Nur 15,6 Prozent der Fortbildungsmaßnahmen für Wirtschaftslehrkräfte beziehen sich ausschließlich auf ökonomische Inhalte. Damit gibt es für Lehrkräfte im Bereich der Ökonomischen Bildung einen eklatanten Mangel an Fortbildungen. Dies wird auch mit Blick auf die absoluten Zahlen deutlich. Von den insgesamt 1.744 angebotenen Maßnahmen befassen sich nur 272 Fortbildungen ausschließlich mit ökonomischen Inhalten. In Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise werden im untersuchten Zeitraum (15. August 2022 bis 14. August 2023) nur eine und in Thüringen lediglich drei Maßnahmen, die sich ausschließlich auf Ökonomische Bildung beziehen, angeboten. Das ist umso dramatischer, weil gerade fachfremd unterrichtende Lehrkräfte auf die fachwissenschaftliche und wirtschaftsdidaktische Nachqualifizierung über Fortbildungsangebote angewiesen sind.

Kurze Maßnahmen dominieren die Fortbildungen in der Ökonomischen Bildung

One-Shot-Maßnahmen in der Kritik: Wenig Wirkungspotenzial für Lehrkräftefortbildungen

Die Dauer von Lehrkräftefortbildungen ist mitentscheidend für ihre Wirksamkeit, wobei insbesondere den sogenannten One-Shot-Maßnahmen, die nur wenige Stunden dauern, ein geringes Wirkungspotenzial zugeschrieben wird (vgl. Lipowsky/Rzejak 2021, 56). Bei den für diese OeBiX Schwerpunkt-Studie untersuchten Maßnahmen für Lehrkräfte der Ankerfächer der Ökonomischen Bildung dominieren jedoch Kurzzeitveranstaltungen mit einer Dauer von weniger als vier Stunden stark.

Vor dem Hintergrund des hohen Anteils fachfremd unterrichtender Lehrkräfte in der Ökonomischen Bildung ist der geringe Anteil längerer Maßnahmen besonders problematisch.

Fortbildungen, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken und auch längere Präsenztermine beinhalten, sind in den untersuchten Angeboten die Ausnahme. Die große Mehrheit der Maßnahmen dauert bis zu einem halben Tag (vier Stunden), wobei ein erheblicher Anteil noch deutlich unter dieser Zeitmarke liegt. Die starke Fokussierung auf sehr kurze Maßnahmen hat u. a. zur Folge, dass wichtige Qualitätskriterien für Lehrkräftefortbildungen häufig nicht erfüllt werden können.

So bieten die untersuchten Fortbildungsmaßnahmen nur selten die Möglichkeit, Unterrichtsmaterialien oder -konzepte zu entwickeln, im Unterricht zu erproben anschließend gemeinsam zu reflektieren.

Nur wenig Angebote mit Bezug zur Ökonomischen Bildung

Bundesweites Defizit: In nur 1,5 Prozent der Lehrkräftefortbildungen spielt die Verbraucherperspektive im Rahmen der Finanzbildung eine Rolle

Finanzbildung ist ein wichtiger Bereich der Ökonomischen Bildung. Insgesamt entfallen aber nur 3,5 Prozent alle angebotenen Fortbildungen auf diesen Themenbereich. Betrachtet man darunter nur die Fortbildungen, die neben der Makroökonomie (vor allem Geldpolitik) auch die Verbraucherperspektive in den Fokus stellen, ist der Anteil mit 1,5 Prozent noch geringer. In vier Bundesländern gibt es keine, in fünf weiteren Bundesländern nur eine einzige Fortbildung zur Verbraucherperspektive mit den zentralen Aspekten privater finanzieller Handlungsfelder wie Umgang mit Versicherungen, Krediten und Verschuldung, Altersvorsorge sowie Haushaltsplanung.

Entrepreneurship Education spielt in Fortbildungen für Wirtschaftslehrkräfte fast keine Rolle

Die Entrepreneurship Education (EE) gilt als wichtiger Teilbereich einer modernen Ökonomischen Bildung – insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen und ökonomischen Herausforderungen (z. B. Klimawandel, digitaler Strukturwandel, Nachfolge im Mittelstand). Im Rahmen einer schulischen Entrepreneurship Education sollen unternehmerische Kreativität, Innovationsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein gefördert und soll Schülerinnen und Schülern die berufliche Selbstständigkeit als eine zukünftige Handlungsoption aufgezeigt werden. Entrepreneurship Education stärkt zudem wichtige Zukunftskompetenzen: Junge Menschen entwickeln wichtige Führungs- und Leitungskompetenzen; sie lernen eigene Projekte zu leiten, Entscheidungen zu treffen sowie Risiken abzuschätzen und werden zu mehr Selbständigkeit ermutigt. In den Fortbildungsangeboten für Lehrkräfte für die Ankerfächer der Ökonomischen Bildung spielt Entrepreneurship Education so gut wie keine Rolle: In elf Bundesländern wird keine Fortbildung angeboten, in deren Beschreibung Entrepreneurship Education explizit erwähnt wird.

Überfachliche Aufgaben besser verankert: Bildung für nachhaltige Entwicklung und Berufliche Orientierung

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Berufliche Orientierung (BO) sind schulische Querschnittsaufgaben, zu denen der Wirtschaftsunterricht einen wichtigen Beitrag leistet. Beides sind wichtige Bildungsanliegen, die, anders als die Finanzbildung oder Entrepreneurship Education, nicht allein Aufgabe der Ökonomischen Bildung darstellen. In den Fortbildungsangeboten werden diese Themen deutlich besser abgedeckt als Finanzbildung und Entrepreneurship Education.

Bundesweit weisen 7,5 Prozent der Maßnahmen einen inhaltlichen Bezug zur BNE auf, wobei es erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt: In Hessen sind es mehr als ein Viertel der Maßnahmen, im Saarland ist es nur ein Prozent, während in Thüringen im Erhebungsjahr keine BNE-Fortbildungen für Wirtschaftslehrkräfte angeboten wurden. Festzustellen ist auch: Obwohl die Ökonomische Bildung wichtige Beiträge zur BNE leisten kann und sollte, spielen die relevanten fachwissenschaftlichen und wirtschaftsdidaktischen Ansätze in den angebotenen Fortbildungsmaßnahmen in aller Regel keine Rolle.

Berufliche Orientierung (BO) ist eine wichtige Aufgabe der schulischen Allgemeinbildung. Im engeren Sinne stehen hierbei Fragen um mögliche Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten sowie die Ermittlung berufsrelevanter Interessen, Neigungen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler im Fokus. Obwohl es sich hierbei um eine fächerübergreifende Aufgabe handelt, leistet die Ökonomische Bildung im Vergleich mit anderen Fächern im schulischen Alltag dazu einen überdurchschnittlich hohen Beitrag. Dies spiegelt sich auch in den Fortbildungsangeboten für Lehrkräfte der Ankerfächer der Ökonomischen Bildung wider. Bundesweit wird in 11 Prozent der Maßnahmen für Wirtschaftslehrkräfte berufliche Orientierung im engeren Sinne thematisiert. Aber auch hier gibt es erhebliche Unterschiede zwischen Bundesländern. In Nordrhein-Westfalen wird keine solche Maßnahme explizit für Wirtschaftslehrkräfte über die offiziellen Landesportale angeboten, während entsprechende Fortbildungen in Hamburg fast ein Viertel (22,8 Prozent) des Gesamtangebots ausmachen.

Handlungsorientierte Unterrichtsmethoden und Digitale Medien – gut abgedeckt

Digitale Medien und Unterrichtsmethoden werden in vergleichsweise vielen Fortbildungsmaßnahmen thematisiert. Bundesweit spielen Unterrichtsmethoden in 12,5 Prozent der Angebote eine Rolle, eine Auseinandersetzung mit digitalen Medien findet in 7,9 Prozent der Fortbildungen statt.

Die Fortbildungen fokussieren dabei i. d. R. auf fächerübergreifend einsetzbare Medien und Methoden und haben nur in seltenen Fällen einen Bezug zum Wirtschaftsunterricht.

Praxiskontakte spielen in den Fortbildungen in aller Regel keine Rolle

Grau ist alle Theorie – Fortbildungen eröffnen Wirtschaftslehrkräften kaum Praxiskontakte

Praxiskontakte (PK) stellen zentrale Elemente eines modernen Wirtschaftsunterrichts dar und bieten vielfältige Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten. Zu Praxiskontakten zählen u. a. Betriebserkundungen, Praktika oder die Einbindung außerschulischer Lernpartnerinnen und -partner z. B. durch Befragungen von Expertinnen und Experten. In den Fortbildungen spielen sie hingegen nahezu keine Rolle. Bundesweit beinhalten nur zwei Prozent der Fortbildungen Praxiskontakte. In sieben Bundesländern werden laut Angebotsbeschreibungen gar keine Praxiskontakte in Wirtschaftslehrkräftefortbildungen implementiert.

Lebenslanges Lernen im Lehrberuf für die kontinuierliche Entwicklung von Lehrkräften über formelle und non-formelle Bildungswege

In der Bildungsforschung ist es mittlerweile Konsens, dass die Ausbildung von Lehrkräften nicht mit der Grundausbildung und dem Vorbereitungsdienst endet, sondern vielmehr in formellen und non-formellen Fort- und Weiterbildungsanlässen während der gesamten Berufstätigkeit ihre notwendige Fortführung finden muss (vgl. z. B. Herzog, 2014, S. 408; Terhart, 2014).

Fortbildungsangebot wenig systematisch, heterogen und von kurzen Maßnahmen geprägt

Im Gegensatz dazu wird die Ausgestaltung der dritten Qualifizierungsphase in Deutschland immer wieder negativ bewertet, u. a. aufgrund fehlender einheitlicher Kriterien und Standards, unzureichender Finanzierung sowie einer kaum stattfindenden Bedarfsanalyse (vgl. Daschner, 2021; Daschner & Hanisch, 2019). Im Resultat führt dies zu kaum systematisierten Angebotsstrukturen, die durch zumeist punktuelle, in der Regel kurzzeitige Maßnahmen und eine große Bandbreite der anbietenden Institutionen charakterisiert sind.

Kaum Fortbildungen für fachfremd unterrichtende Lehrkräfte in der Ökonomischen Bildung

Darüber hinaus wird den divergierenden Anforderungen und Bedarfen unterschiedlicher Zielgruppen innerhalb der Lehrkräfte bis dato wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dies gilt insbesondere für die große Zahl fachfremd unterrichtender Lehrkräfte, wie sie in der Ökonomischen Bildung zu finden ist. Anders als bei Fort- und Weiterbildungen in Fächern, in denen die Lehrkräfte über entsprechende Studienabschlüsse verfügen, kann bei Maßnahmen für diese Zielgruppe nicht systematisch an bereits bestehende Kenntnisse und vorhandene Kompetenzen angeknüpft werden, sondern muss eine Kompensation der bislang fehlenden Grundausbildung erfolgen. Entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen, beispielsweise in der Ökonomischen Bildung, bedürfen besonderer Konzeptionen, um sowohl notwendige fachliche Grundlagen als auch fachdidaktische Unterstützung bei der Unterrichtsgestaltung und Netzwerkbildung zu bieten (vgl. Koch, 2015).

Grundlegende Faktoren für Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen

Die Forschung hat, fachunabhängig, vielfältige Anforderungs- und Erfolgskriterien für die Gestaltung von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte ermittelt (vgl. z. B. Darling-Hammon et al., 2017; Desimone, 2009; Lipowsky & Rzejak, 2021). Bei allen Unterschieden bezüglich der ermittelten Merkmale und der zum Teil divergierenden Begriffsnutzungen lassen sich einige Faktoren benennen, die als grundlegend relevant angesehen werden müssen.

Fort- und Weiterbildungen müssen …

  • bedarfsgerecht gestaltet und auf die Zielgruppe ausgerichtet sein. Im Falle einer größeren Heterogenität bei den Eingangsvoraussetzungen sind innerhalb der Maßnahme differenzierte Zugänge zu den Inhalten und Lernpfaden zu eröffnen.

  • klar strukturiert und inhaltlich fokussiert sein.

  • aktives und kooperatives Lernen fördern und kontinuierliches Coaching und Feedback innerhalb der Gruppe und durch Fachleute gewährleisten.

  • an der Unterrichtspraxis ausgerichtet sein und ausreichend Raum für die Erprobung und Reflexion von Praxiserfahrungen bieten.

  • angemessene beziehungsweise ausreichende Zeitdeputate bereitstellen. Mehr Zeit bedeutet dabei nicht automatisch eine Qualitätsverbesserung. Hinsichtlich der Wirkung der gängigen One-Shot-Kurzmaßnahmen kommt die Forschung jedoch zu dem einheitlichen Schluss, dass diese nicht geeignet sind, im erforderlichen Maße Kenntnisse und Kompetenzen zu vermitteln oder gar unterrichtliche Verbesserungen zu generieren (vgl. exemplarisch Lipowsky & Rzejak, 2019, S. 20).

Quellen zur Professionsforschung

  • Darling-Hammon, L., Hyler, M. E., & Gardener, M. (2017). Effective teacher professional development. Learning Policy Institute.

  • Daschner, P. (2021). Lehrkräftefortbildung in Deutschland: Bestandsaufnahme und Orientierung. In B. Jungkamp & M. Pfafferott (Hrsg.), Was Lehrkräfte lernen müssen - Bedarfe der Lehrkräftefortbildung in Deutschland (S. 11-18). Friedrich Ebert Stiftung.

  • Daschner, P., & Hanisch, R. (Hrsg.) (2019). Lehrkräftefortbildung in Deutschland – Bestandsaufnahme und Orientierung. Beltz.

  • Desimone, L. M. (2009). Improving impact studies of teachers’ professional development: Toward better conceptualizations and measures. Educational researcher, 38(3), 181-199.

  • Herzog, S. (2014). Über den Berufseinstieg hinaus: Berufsbiografien von Lehrerinnen und Lehrern im Blickfeld der Forschung. In E. Terhart, H. Bennewitz, & M. Rothland (Hrsg.), Handbuch der Forschung zum Lehrerberuf (2. Aufl., S. 408-432). Waxmann.

  • Koch, M. (2015). Analyse der Rahmenbedingungen und Gestaltungsanforderungen onlinegestützter Maßnahmen der dritten Qualifizierungsphase von Lehrkräften in der ökonomischen Bildung. Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

  • Lipowsky, F., & Rzejak, D. (2019). Was macht Fortbildungen für Lehrkräfte erfolgreich? – Ein Update. In: B. Groot-Wilken, & R. Koerber (Hrsg.), Nachhaltige Professionalisierung für Lehrerinnen und Lehrer (S. 15-56). wbv.

  • Lipowsky, F., & Rzejak, D. (2021). Fortbildungen für Lehrkräfte wirksam gestalten – ein praxisorientierter und forschungsgestützter Leitfaden. Bertelsmann.

  • Terhart, E. (2014). Forschung zu Berufsbiografien von Lehrerinnen und Lehrern: Stichworte. In E. Terhart, H. Bennewitz, & M. Rothland (Hrsg.), Handbuch der Forschung zum Lehrerberuf (2. Aufl., S. 433-440). Waxmann.

Wissenschaftlich realisiert vom Institut für Ökonomische Bildung,
herausgegeben von der Flossbach von Storch Stiftung

Prof. Dr. Dirk Loerwald, Wissenschaftliche Leitung/Geschäftsführung

Institut für Ökonomische Bildung gemeinnützige GmbH (IÖB)
an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Das Institut für Ökonomische Bildung Oldenburg (IÖB) verfolgt das grundlegende Ziel der Förderung der ökonomischen Bildung. Diese erfolgt durch die Bereitstellung von wissenschaftlichen Erkenntnissen über ökonomische Lehr-Lern-Prozesse und die Entwicklung von Hilfestellungen für den Unterricht.

Vorständin Verena von Hugo

Verena von Hugo, Vorständin

Flossbach von Storch Stiftung
Köln

Verena von Hugo ist seit 2018 Vorständin der Flossbach von Storch Stiftung. Die an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Humboldt-Universität zu Berlin ausgebildete Diplom-Volkswirtin war von 1998 bis 2018 bei der Handelsblatt Mediagroup in Düsseldorf unter anderem als Projektleiterin für strategische Projekte sowie ab 2006 als Projektleiterin der Handelsblatt Bildungsinitiativen tätig. Ihr Tätigkeitsfeld heute umfasst Wirtschafts- und Finanzbildung in den Bereichen Schule, Hochschule und für die breite Bevölkerung im Rahmen von eigenen sowie Förderprojekten.