Ökonomische Bildung in den schulischen Lehrplänen und Hochschul-Curricula: Verbesserungspotenzial im sozialwissenschaftlichen Integrationsfach

Lehrkräfte, die Ökonomische Bildung in der Schule unterrichten sollen, benötigen eine fundierte wirtschaftswissenschaftliche und wirtschaftsdidaktische Ausbildung sowie Lehrpläne, in denen Inhalte der Ökonomischen Bildung gut abgebildet sind.

Für die OeBiX Schwerpunkt-Studie zur Ökonomischen Bildung in Lehrplänen und Curricula untersuchte das Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) die bestehenden schulischen Lehrpläne für die Ankerfächer der Ökonomischen Bildung sowie die Hochschul-Curricula für die entsprechenden Lehramtsstudiengänge auf die inhaltliche Verankerung der Themenbereiche der Ökonomischen Bildung.

Ökonomische Bildung in Lehrplänen und Curricula

Schleswig-Holstein
Mecklenburg-Vorpommern
Hamburg
Bremen
Niedersachsen
Berlin
Brandenburg
Sachsen-Anhalt
Nordrhein-Westfalen
Thüringen
Sachsen
Hessen
Rheinland-Pfalz
Bayern
Saarland
Baden-Württemberg
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Analyse schulischer Lehrpläne

Analyse der Hochschul-Curricula

Für die OeBiX Schwerpunkt-Studie zur Ökonomischen Bildung in Lehrplänen und Curricula untersuchte das Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) die bestehenden schulischen Lehrpläne für die Ankerfächer der Ökonomischen Bildung.

Ökonomische Bildung in weiterführenden allgemeinbildenden Schulen unterscheidet sich zwischen Fächergruppen sowohl hinsichtlich des Umfangs als auch hinsichtlich der inhaltlichen Schwerpunktsetzungen in den Lehrplänen der Ankerfächer.

Quelle: „OeBiX Schwerpunkt-Studie zur Ökonomischen Bildung in Lehrplänen und Curricula“, Datenstand: Wintersemester 2023/24, Hg. Flossbach von Storch Stiftung, wissenschaftliche Realisation: IÖB Oldenburg

Für die OeBiX Schwerpunkt-Studie zur Ökonomischen Bildung in Lehrplänen und Curricula untersuchte das Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) die Hochschul-Curricula für die entsprechenden Studiengänge der Ökonomischen Bildung.

Lehrkräfte, die Ökonomische Bildung in der Schule unterrichten sollen, benötigen eine fundierte wirtschaftswissenschaftliche und wirtschaftsdidaktische Ausbildung. Wie in jedem anderen Lehramtsstudium steht auch hier für jedes Fach nur ca. ein Drittel der Gesamtstudienzeit zur Verfügung.

Hier zeigt sich ein Problem, mit dem Kombinations- und vor allem Integrationsfächer in der Lehramtsausbildung konfrontiert sind: Sie müssen in derselben Zeit, in der normalerweise nur in einer wissenschaftlichen Disziplin ausgebildet werden muss, mehrere wissenschaftliche Disziplinen (z. B. Wirtschaftswissenschaften und Politikwissenschaften) abbilden. Damit bleibt für jede einzelne dieser Disziplin innerhalb dieses Rahmens weniger Ausbildungszeit. Hierunter leidet vor allem die Ökonomische Bildung, weil deren Anteil an den Studiengängen im Mittel noch unter dem der anderen Bezugsdisziplinen (Politikwissenschaften, Soziologie) liegt.

Quelle: „OeBiX Schwerpunkt-Studie zur Ökonomischen Bildung in Lehrplänen und Curricula“, Datenstand: Wintersemester 2023/24, Hg. Flossbach von Storch Stiftung, wissenschaftliche Realisation: IÖB Oldenburg

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein ist die Ökonomische Bildung im Fach Wirtschaft/Politik verankert. Die entsprechenden Lehrpläne umfassen zu knapp der Hälfte ökonomische Inhalte. An Gemeinschaftsschulen gibt es zudem das Wahlfach Wirtschaftslehre, das die Ökonomische Bildung sehr gut abdeckt.

Das Fach Wirtschaft/Politik kann für das Gymnasium an beiden Standorten und in Flensburg auch für die Gemeinschaftsschule studiert werden. Für das Schulfach Wirtschaftslehre wird in Schleswig-Holstein kein eigener Studiengang angeboten.

Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Ökonomische Bildung im Fach Arbeit-Wirtschaft-Technik verankert. In der Sekundarstufe II an den Gymnasien besteht zudem das eigenständige Wahlpflichtfach Wirtschaft.

In Mecklenburg-Vorpommern kann an der Universität Rostock der Studiengang Arbeit-Wirtschaft-Technik für alle weiterführenden allgemeinbildenden Schulformen studiert werden.

Hamburg

In Hamburg ist die Ökonomische Bildung im Fach Politik-Gesellschaft-Wirtschaft verankert. In der Sekundarstufe II an den Gymnasien besteht zudem das eigenständige Fach Wirtschaft. Mit einem Umfang von etwa einem Drittel ist die ökonomische Bildung nur in geringem Maße in die entsprechenden Lehrpläne für das Fach Politik-Gesellschaft-Wirtschaft der Stadtteilschule und der Sekundarstufe I des Gymnasiums integriert.

In Hamburg können die Studiengänge Sozialwissenschaften für die Stadtteilschule und das Gymnasium an der Universität Hamburg studiert werden. In Hamburg wird kein Studiengang für die Lehramtsausbildung im Fach Wirtschaft angeboten.

Bremen

Die Ökonomische Bildung ist in Bremen im Fach Wirtschaft-Arbeit-Technik in den weiterführenden allgemeinbildenden Schulen hinsichtlich des Umfangs und der inhaltlichen Breite gut verankert. In der Sekundarstufe II an den Gymnasien gibt es außerdem das Wahlpflichtfach Wirtschaftslehre, das überwiegend Themenschwerpunkte in den Bereichen Markt, Staat und internationale Wirtschaftsbeziehungen setzt. Damit sind ökonomische Inhalte umfassend abgedeckt.

In Bremen kann das Fach Politik-Arbeit-Wirtschaft für alle weiterführenden allgemeinbildenden Schulformen studiert werden. Die Ökonomische Bildung ist hierbei vor allem durch integrative sozialwissenschaftliche Module abgedeckt.

Niedersachsen

In Niedersachsen ist die Ökonomische Bildung in den Lehrplänen vor allem in den nicht-gymnasialen Schulformen Haupt-, Real- und Oberschule gut abgedeckt. Im Gymnasium ist die Ökonomische Bildung im Fach Politik-Wirtschaft verankert. Die entsprechenden Lehrpläne umfassen zu ca. der Hälfte ökonomische Inhalte. An niedersächsischen integrierten Gesamtschulen ist die Ökonomische Bildung in der Sekundarstufe I im Fach Arbeit-Wirtschaft-Technik verankert.

In Niedersachsen werden Lehrkräfte für die Ankerfächer der Ökonomischen Bildung an den Universitäten Göttingen, Hannover, Hildesheim und Oldenburg ausgebildet. Das Fach Politik-Wirtschaft (Gymnasium) kann in Göttingen, Hannover und Oldenburg studiert werden. Für das Schulfach Arbeit-Wirtschaft-Technik gibt es in Niedersachsen keinen eigenen Studiengang.

Berlin

Die Verankerung der Ökonomischen Bildung in Berlin unterscheidet sich zwischen den Schulformen und -stufen. In den nicht-gymnasialen Schulformen (Gemeinschaftsschule, Integrierte Sekundarschule) ist die Ökonomische Bildung in dem arbeits-, technik- und hauswirtschaftsorientierten Integrationsfach Wirtschaft-Arbeit-Technik verankert. Im Gymnasium hängt die Verankerung der Ökonomischen Bildung vor allem von der Schulstufe ab.

An der Technischen Universität Berlin (TU) werden Lehrkräfte für das Fach Wirtschaft-Arbeit-Technik ausgebildet. Die Ökonomische Bildung ist hier vor allem in integrativen Modulen der Arbeitslehre verankert. Die tatsächlichen wirtschaftswissenschaftlichen und wirtschafsdidaktischen Anteile sind dabei aus den Modulbeschreibungen nicht zu bestimmen.

Brandenburg

Die Verankerung der Ökonomischen Bildung in Brandenburg hängt von der Schulstufe ab. In der Sekundarstufe I ist die Ökonomische Bildung in dem arbeits-, technik- und hauswirtschaftsorientierten Integrationsfach Wirtschaft-Arbeit-Technik verankert. In der Sekundarstufe II ist die Ökonomische Bildung hingegen besser abgedeckt. Im Fach Wirtschaftswissenschaft sind die wesentlichen Inhaltsbereiche, mit Ausnahme des privaten Haushalts, gut verankert.

An der Universität Potsdam werden die Lehrkräfte für das Fach Wirtschaft-Arbeit-Technik ausgebildet. In dem Studiengang ist die Ökonomische Bildung vor allem in wirtschaftswissenschaftlichen Modulen verankert, deren Anteil sich auf ca. ein Drittel des Studiengangs beläuft.

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt ist die Ökonomische Bildung hinsichtlich des Umfangs und der inhaltlichen Breite in allen weiterführenden allgemeinbildenden Schulformen durch das Fach Wirtschaft (nicht gymnasiale Schulformen) und das Wahlpflichtfach Wirtschaftslehre (Gymnasium) sehr gut abgedeckt.

In Sachsen-Anhalt werden Lehrkräfte für die Ankerfächer der Ökonomischen Bildung an den Universitäten Halle-Wittenberg und Magdeburg ausgebildet. An beiden Standorten wird der Studiengang Sozialkunde für das Gymnasium angeboten. Der Studiengang Wirtschaft an der Universität Magdeburg deckt hingegen die Wirtschaftswissenschaften und die Wirtschaftsdidaktik sehr gut ab.

Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen ist die Ökonomische Bildung vor allem in den Haupt- und Realschulen gut verankert. In diesen Schulformen gibt es ein eigenständiges Pflichtfach Wirtschaft, dass ökonomische Themen hinsichtlich ihres Umfangs und inhaltlicher Breite ausführlich berücksichtigt. In den anderen weiterführenden allgemeinbildenden Schulformen wird in der Sekundarstufe I das Fach Wirtschaft-Politik unterrichtet, das in etwa zur Hälfte ökonomische Inhalte umfasst. In der Sekundarstufe II an Gymnasien ist die Ökonomische Bildung im Fach Sozialwissenschaften verankert und umfasst zu ca. einem Drittel ökonomische Inhalte. Neben dem Fach Sozialwissenschaften (Sek II des Gymnasiums) weist nur das Wahlpflichtfach Wirtschaft und Arbeitswelt (Gesamtschule) Anteile ökonomischer Themen von weniger als der Hälfte des Lehrplans auf.

Für das Fach Wirtschaft-Politik (Sekundarstufe I) und Sozialwissenschaften (Sekundarstufe II) an Gesamtschulen und Gymnasien wird an den Universitäten Bielefeld, Bochum, Bonn, Dortmund, Duisburg-Essen, Köln, Münster, Siegen und Wuppertal ausgebildet. In Nordrhein-Westfalen findet keine separate Lehrkräfteausbildung für die Fächer Wirtschaft an Haupt- und Realschulen sowie Wirtschaft und Arbeitslehre an Gesamtschulen statt.

Thüringen

In Thüringen gibt es neben dem Pflichtfach Sozialkunde die beiden Wahlpflichtfächer Wirtschaft-Umwelt-Europa sowie Wirtschaft-Recht-Technik für die Regelschule und Integrierte Gesamtschule. Die Verankerung der Ökonomischen Bildung in diesen Fächern variiert stark hinsichtlich des Umfangs und der inhaltlichen Breite. An Gymnasien und Gemeinschaftsschulen ist die Ökonomische Bildung im Fach Wirtschaft und Recht verankert.

In Thüringen werden Lehrkräfte für die Ankerfächer der Ökonomischen Bildung an den Universitäten Erfurt und Jena ausgebildet. Das Fach Wirtschaft und Recht (Gymnasium) kann in Jena studiert werden. Für das Fach Sozialkunde für das Lehramt an Regelschulen und Integrierten Gesamtschulen (IGS) werden Lehrkräfte in Thüringen an den Universitäten Erfurt und Jena ausgebildet. Zukünftige Lehrkräfte für das Fach Wirtschaft-Recht-Technik an Regelschulen und Integrierten Gesamtschulen (IGS) können in Thüringen an der Universität Erfurt studieren. Für die Wahlpflichtfächer Wirtschaft-Umwelt-Europa und Gesellschaftswissenschaften gibt es in Thüringen keine eigenen Studiengänge.

Sachsen

In Sachsen ist die Ökonomische Bildung hinsichtlich des Umfangs und der inhaltlichen Breite in fast allen weiterführenden allgemeinbildenden Schulformen durch die Fächer Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung/Wirtschaft und Gesellschaftswissenschaftliches Profil (Gymnasium) sowie das Wahlpflichtfach Gemeinschaftskunde-Rechtserziehung (Oberschule) nur in geringem Maße abgedeckt.

In Sachsen werden Lehrkräfte für die Ankerfächer der Ökonomischen Bildung an der TU Dresden und an der Universität Leipzig ausgebildet. An beiden Standorten gibt es den Studiengang Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung/Wirtschaft für das Gymnasium und die beiden Studiengänge Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung und Wirtschaft-Technik-Haushalt/Soziales für die Oberschule.

Hessen

In Hessen ist die Ökonomische Bildung hinsichtlich des Umfangs und der inhaltlichen Breite am Gymnasium durch das Fach Politik und Wirtschaft und das Wahlpflichtfach Wirtschaftswissenschaften insgesamt gut abgedeckt. An den nicht-gymnasialen Schulformen ist die Ökonomische Bildung im Fach Politik und Wirtschaft integriert.

In Hessen werden Lehrkräfte für die Ankerfächer der Ökonomischen Bildung an den Universitäten Frankfurt, Gießen, Kassel und Marburg ausgebildet. In Hessen gibt es für das Wahlpflichtfach Wirtschaftswissenschaften keinen eigenen Studiengang.

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz ist die Ökonomische Bildung in fast allen weiterführenden allgemeinbildenden Schulformen durch die Fächer Sozialkunde (Realschule Plus und Gymnasium) und Gesellschaftslehre (IGS) sowie das Wahlpflichtfach Sozialkunde/ Erdkunde (Gymnasium) kaum verankert. Eine Ausnahme bildet das Wahlpflichtfach Wirtschaft und Verwaltung an der Realschule Plus: Hier ist die Ökonomische Bildung sehr gut abgedeckt.

In Rheinland-Pfalz erfolgt die Ausbildung der Lehrkräfte für die Ankerfächer der Ökonomischen Bildung an der TU Kaiserslautern-Landau und den Universitäten Koblenz, Mainz und Trier. In Rheinland-Pfalz wird für das Schulfach Gesellschaftslehre an der Integrierten Gesamtschule kein eigener Studiengang angeboten.

Bayern

Die Verankerung der Ökonomischen Bildung in Bayern unterscheidet sich zwischen den Schulformen. Im Gymnasium und in der Realschule ist diese vor allem durch das Fach Wirtschaft und Recht im Pflichtteil abgedeckt. Die entsprechenden Lehrpläne umfassen zwar auch rechtwissenschaftliche Inhalte, den größeren Anteil macht aber die Ökonomische Bildung aus.

Für das Fach Wirtschaft und Recht am Gymnasium wird an den Universitäten Bayreuth, Eichstätt-Ingolstadt, Erlangen-Nürnberg, München und Passau ausgebildet. Für das Lehramt an Realschulen kann das Fach an den Universitäten Bayreuth, Erlangen-Nürnberg, Passau und München studiert werden.

Saarland

Im Saarland ist die Ökonomische Bildung an allen weiterführenden allgemeinbildenden Schulen im Pflichtfach Sozialkunde verankert. Der Anteil der Ökonomischen Bildung liegt hier je nach Schulform zwischen einem Fünftel bis zu ca. einem Zehntel. Die wesentlichen Inhaltsbereiche der Ökonomischen Bildung sind hierbei nur in Teilen abgedeckt. Die Wahlfächer Wirtschaftslehre (Gymnasium) und Beruf und Wirtschaft (Gemeinschaftsschule) hingegen decken in ihrem Umfang und der inhaltlichen Breite die Ökonomische Bildung umfassend ab.

Im Saarland wird kein Studiengang für die Ankerfächer Ökonomischer Bildung angeboten.

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg ist die Ökonomische Bildung hinsichtlich des Umfangs und der inhaltlichen Breite in allen weiterführenden allgemeinbildenden Schulformen durch die Fächer Wirtschaft/ Berufs- und Studienorientierung (Sekundarstufe I) und Wirtschaft (Sekundarstufe II) sehr gut abgedeckt.

In Baden-Württemberg werden an den Pädagogischen Hochschulen Freiburg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Schwäbisch-Gmünd und Weingarten die Lehrkräfte für die Ökonomische Bildung an nicht-gymnasialen Schulformen ausgebildet. Die angehenden Wirtschaftslehrkräfte am Gymnasium können an den Universitäten Freiburg, Heidelberg, Konstanz, Mannheim, Stuttgart, Tübingen oder Ulm studieren.

Erklärung zur Einteilung der Lehramtsstudiengänge und Schulfächer in Fächergruppen

Die Lehramtsstudiengänge wurden entsprechend den Schulfächern, auf die sie vorbereiten sollen, in folgende Fächergruppen zusammengefasst:
Eigenständige Fächer Wirtschaft

Eigenständige Fächer Wirtschaft zeichnen sich dadurch aus, dass die Wirtschaftswissenschaften deren zentrale Bezugsdisziplin sind. Bezüge zu anderen wissenschaftlichen Domänen (z. B. zu Rechtswissenschaften, Politikwissenschaften, Soziologie und Psychologie) werden nur punktuell und mit Ökonomiebezug hergestellt. Fächer dieser Fächergruppe sind u. a. Wirtschaft/ Berufs- und Studienorientierung (Baden-Württemberg); Wirtschaftswissenschaft (Brandenburg); Wirtschaftswissenschaften (Hessen); (Profil) Wirtschaft (Niedersachsen).

Kombinationsfächer Wirtschaft und Recht

Die Schulfächer dieser Fächergruppe haben die Wirtschafts- und Rechtswissenschaften als zentrale Bezugsdisziplinen. Entsprechende Fächer „Wirtschaft und Recht“ gibt es in Bayern und Thüringen.

Kombinationsfächer Politik und Wirtschaft

Die Schulfächer dieser Fächergruppe haben die Wirtschafts- und Politikwissenschaften als zentrale Bezugsdisziplinen. Ergänzend werden auch hier Bezüge zu anderen Disziplinen hergestellt, insbesondere zur Soziologie. Schulfächer dieser Fächergruppe sind u. a. Politik und Wirtschaft (Hessen); Politik-Wirtschaft (Niedersachsen); Wirtschaft-Politik (Nordrhein-Westfalen).

Sozialwissenschaftliche Integrationsfächer

Die Fächer dieser Fächergruppe zeichnen sich dadurch aus, dass sie mehr als zwei zentrale sozialwissenschaftliche Bezugsdisziplinen haben. In der Regel sind das die Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaften und die Soziologie. Schulfächer dieser Fächergruppe sind u. a. Politik-Gesellschaft-Wirtschaft (Hamburg); Sozialwissenschaften (Nordrhein-Westfalen); Sozialkunde (Rheinland-Pfalz).

Arbeits-, technik- und hauswirtschaftsorientierte Integrationsfächer

Die Fächer dieser Fächergruppe haben neben den Wirtschaftswissenschaften auch die Arbeits- und Technikwissenschaften sowie oftmals auch die Ökotrophologie/ Haushaltswissenschaften als zentrale Bezugsdisziplinen. Schulfächer dieser Fächergruppe sind u. a. Wirtschaft-Arbeit-Technik (Berlin; Brandenburg); Wirtschaft und Arbeitswelt (Nordrhein-Westfalen); Wirtschaft-Technik-Haushalt/Soziales (Sachsen).

Studienergebnisse zur Verankerung der Ökonomischen Bildung in den schulischen Lehrplänen

Nur in eigenständigen Fächern Wirtschaft sind die zentralen Inhaltsbereiche der Ökonomischen Bildung hinreichend und weitgehend gleichverteilt verankert

Warum ist das relevant:

Zu einer guten, zukunftsorientierten Ökonomischen Bildung gehört die feste Verankerung aller Themenbereiche der Ökonomischen Bildung in den schulischen Lehrplänen für deren Ankerfächer in der Sekundarstufe I und Sekundarstufe II. Es ist für junge Menschen wichtig in unserer auch ökonomisch geprägten Welt über solide ökonomische Grundlagenbildung zu verfügen und wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. Dies fördert Bildungs-, Chancengerechtigkeit, Teilhabe und Mündigkeit junger Menschen auch in wirtschaftlichen Fragen. Ökonomische Bildung in weiterführenden allgemeinbildenden Schulen unterscheidet sich zwischen Fächergruppen sowohl hinsichtlich des Umfangs als auch hinsichtlich der inhaltlichen Schwerpunktsetzungen in den Lehrplänen der Ankerfächer. Davon, welches (Anker-)Fach der Ökonomischen Bildung Schülerinnen und Schüler in der Schule haben, hängt nicht nur ab, wie viel Ökonomische Bildung sie erhalten, sondern auch welche inhaltlichen Schwerpunkte hierbei gesetzt werden.

Das zeigt die Studie:

  • Der Anteil ökonomischer Inhalte an den Lehrplänen der Fächergruppen unterscheidet sich erheblich. Während in eigenständigen Fächern Wirtschaft weit über 90 Prozent der Inhalte der Ökonomischen Bildung zuzuordnen sind, liegt dieser Anteil bei den sozialwissenschaftlichen Integrationsfächern bei ca. einem Viertel. Die Mittelwerte der Lehrpläne der anderen Fächergruppen liegen dazwischen. In den Fächern der Fächergruppe Wirtschaft und Recht dominieren ökonomische Inhalte, in der Fächergruppe Politik-Wirtschaft machen sie ca. die Hälfte aus, und in den arbeits-, technik- und haushaltsorientierten Integrationsfächern liegt der Ökonomieanteil bei gut 40 Prozent.

  • Die Fächergruppen unterscheiden sich auch dahingehend, welche inhaltlichen Schwerpunkte in diesen Fächern gesetzt werden. So sind in den eigenständigen Fächern Wirtschaft die meisten Inhaltsbereiche der Ökonomischen Bildung relativ gut abgebildet. In Fächern anderer Fächergruppen spielen hingegen zentrale Inhaltsbereiche der Ökonomischen Bildung eine untergeordnete Rolle. Dies gilt u. a. für die Inhaltsbereiche Staat und Internationale Wirtschaftsbeziehungen in den Fächern der Fächergruppe der arbeits-, technik- und haushaltsorientierte Integrationsfächer. In den sozialwissenschaftlichen Integrationsfächern, in denen die Ökonomische Bildung generell nicht gut verankert ist, sind alle Inhaltsfelder der Ökonomischen Bildung im Mittelwert nur in einem geringen Umfang in den Lehrplänen berücksichtigt. Insbesondere für die Inhaltsbereiche Private Haushalte und Unternehmen gilt dies auch für die Fächer Politik-Wirtschaft.

Verbraucherthemen sind vor allem in der Sekundarstufe I, internationale Wirtschaftsbeziehungen in der Sekundarstufe II verankert

Warum ist das relevant:

Inhaltliche Schwerpunktsetzungen sollten gemäß der Idee des Spiralcurriculums über die Sekundarstufe I und II konsistent sein, da Schülerinnen und Schüler so die Möglichkeit haben, inhaltliche Schwerpunkte auf zunehmendem Leistungsniveau zu verstehen und zu erarbeiten. Geschieht dies nicht, bleiben Bildungspotenziale ungenutzt.

Das zeigt die Studie:

Die Lehrplananalyse zeigt, dass es Unterschiede hinsichtlich der inhaltlichen Schwerpunktsetzungen in der Sekundarstufe I und II gibt. So werden internationale Wirtschaftsbeziehungen im Mittel schwerpunktmäßig in der Sekundarstufe II thematisiert. Der Inhaltsbereich private Haushalte, der vor allem Themen der Verbraucherbildung umfasst, ist in allen Fächergruppen hingegen in erster Linie in der Sekundarstufe I verankert und spielt in der Sekundarstufe II kaum noch eine Rolle. Dadurch bleiben Bildungspotenziale ungenutzt, u. a., weil manche Verbraucherthemen, wie z. B. Altersvorsorge oder Umgang mit Versicherungen näher an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II sind. Auch widersprechen die Schwerpunktsetzungen der Idee des Spiralcurriculums, nach der Themenfelder über die Schullaufbahn hinweg immer wieder aufgegriffen und vertieft werden.

Volkswirtschaftliche Inhalte besser verankert als betriebswirtschaftliche Inhalte – nur eigenständige Fächer Wirtschaft sowie Wirtschaft und Recht bilden beides gut ab

Warum ist das relevant:

Schulische Ökonomische Bildung sollte sowohl betriebs- als volkswirtschaftliche Inhalte umfassen, weil beide wirtschaftswissenschaftlichen Teildisziplinen für ein umfassendes Verständnis wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Sachverhalte notwendig sind.

Das zeigt die Studie:

In der schulischen Ökonomischen Bildung dominiert im Mittelwert die VWL, aber auch die BWL ist zumindest in den Lehrplänen für eigenständige Fächer Wirtschaft, Wirtschaft und Recht sowie in arbeits-, technik- und hauswirtschaftsorientierten Integrationsfächern noch relativ gut verankert. Ihr Anteil an den Lehrplänen liegt hierbei im Mittel allerdings auch nur bei maximal knapp einem Viertel (Fächergruppe „Eigenständige Fächer Wirtschaft“). In den Lehrplänen für Politik-Wirtschaft und für sozialwissenschaftliche Integrationsfächer spielen betriebswirtschaftliche Themen allerdings im Mittel eine deutlich untergeordnete Rolle. Ihr Anteil beläuft sich auf unter einem Zehntel. In einigen wenigen Lehrplänen dieser Fächergruppe ist die BWL sogar gar nicht verankert.

Finanzielle Bildung insgesamt gut verankert, aber nur in ungefähr jedem zweiten Curriculum für sozialwissenschaftliche Integrationsfächer Thema

Warum ist das relevant:

Finanzielle Bildung ist ein zentrales Bildungsanliegen der Ökonomischen Bildung. Inhaltlich fallen hierunter vor allem Fragen der privaten Finanzen wie Altersvorsorge und Vermögensbildung, Haushaltsplanung oder der Umgang mit Krediten und Verschuldung. Makroökonomische Themen, wie Geldpolitik, werden in diesem Zusammenhang der Finanzbildung zugeordnet.

Das zeigt die Studie:

Die Finanzbildung ist in gut drei Viertel der Lehrpläne der Ankerfächer der Ökonomischen Bildung verankert. In Wirtschaft und Recht sind Themen der Finanzbildung sogar in allen Lehrplänen explizit genannt, in denen der sozialwissenschaftlichen Integrationsfächer hingegen nur in ca. jedem zweiten Curriculum.

Studienergebnisse zu den zentralen ökonomischen Denk- und Erkenntnisweisen

Entrepreneurship Education in ungefähr jedem zweiten Lehrplan für die Ökonomische Bildung verankert

Warum ist das relevant:

Die Entrepreneurship Education (EE) gilt als wichtiger Teilbereich einer modernen Ökonomischen Bildung – insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen und ökonomischen Herausforderungen (z. B. Klimawandel, digitaler Strukturwandel, Nachfolge im Mittelstand, Verantwortungsübernahme als Unternehmerin und Unternehmer als auch als abhängig Beschäftigte). Im Rahmen einer schulischen Entrepreneurship Education sollen unternehmerische Kreativität, Innovationsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein gefördert und Schülerinnen und Schülern die berufliche Selbstständigkeit als eine zukünftige Handlungsoption aufgezeigt werden. Entrepreneurship Education stärkt zudem wichtige Zukunftskompetenzen: Junge Menschen entwickeln wichtige Führungs- und Leitungskompetenzen; sie lernen eigene Projekte zu leiten, Entscheidungen zu treffen sowie Risiken abzuschätzen und werden zu mehr Selbständigkeit ermutigt.

Das zeigt die Studie:

In schulischen Lehrplänen für die Ankerfächer der Ökonomischen Bildung ist die EE in ungefähr jedem zweiten Lehrplan verankert. In der Fächergruppe der sozialwissenschaftlichen Integrationsfächer beläuft sich dieser Anteil auf ein knappes Drittel. In den Fächern der Fächergruppe Wirtschaft und Recht liegt dieser Anteil bei ca. zwei Drittel.

Denken in ökonomischen Modellen ist in Lehrplänen verankert, in ca. einem Drittel der sozialwissenschaftlichen Integrationsfächer spielt diese zentrale ökonomische Denk- und Erkenntnisweise allerdings keine Rolle

Warum ist das relevant:

Das Denken in ökonomischen Modellen ist eine zentrale wirtschaftswissenschaftliche Denk- und Erkenntnisweise, mit der verschiedene Bildungspotenziale verbunden sind. So ermöglicht es beispielsweise ein Verstehen systemischer ökonomischer Zusammenhänge wie der Preisbildung auf Wettbewerbsmärkten.

Das zeigt die Studie:

In den meisten Lehrplänen für die Ankerfächer der Ökonomischen Bildung ist das Denken in ökonomischen Modellen enthalten. In ca. einem Drittel der Lehrpläne der sozialwissenschaftlichen Integrationsfächer wird diese wirtschaftswissenschaftliche Methode allerdings nicht erwähnt. In der Fächergruppe Politik-Wirtschaft liegt dieser Anteil bei rund einem Viertel.

Tendenziell ist das Denken in ökonomischen Modellen in den Lehrplänen der Sekundarstufe II etwas besser verankert. Interessant ist hierbei, dass diese zentrale Denk- und Erkenntnisweise im Zentralabitur in der Ökonomischen Bildung kaum eine Rolle spielt.

Siehe hierzu die: OeBiX-Zentralabitur | Flossbach von Storch Stiftung (flossbachvonstorch-stiftung.de)

Studienergebnisse zum Denken in Anreizwirkungen

Denken in Anreizwirkungen vor allem in sozialwissenschaftlichen Integrationsfächern nur randständig verankert

Warum ist das relevant:

Schulfächer werden neben den Inhalten vor allem über die spezifischen Denkweisen der zugrunde liegenden Fachwissenschaften definiert. So nimmt das Fach Ökonomische Bildung eine ökonomische Perspektive ein, so wie das Schulfach Politik eine politikwissenschaftliche Perspektive fokussiert. Das Denken in Anreizwirkungen ist eine solche für die Wirtschaftswissenschaften zentrale Denkweise, die einen wichtigen Beitrag zu einem strukturellen Verständnis zentraler gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Herausforderungen wie der Klimaproblematik und entsprechender Lösungsansätze leisten kann.

Das zeigt die Studie:

Insgesamt ist das Denken in Anreizwirkungen nur in ca. jedem zweiten Lehrplan verankert. Etwas besser ist die Verankerung in den Lehrplänen für eigenständige Fächer Wirtschaft. In den sozialwissenschaftlichen Integrationsfächern spielt das Denken in Anreizwirkungen hingegen eine geringe Rolle. Nur in ca. jedem siebten Lehrplan konnte diese Denkweise identifiziert werden, womit vor allem in diesen Schulfächern die damit verbundenen Bildungspotenziale ungenutzt bleiben dürften.

Tendenziell ist das Denken in Anreizwirkungen in den Lehrplänen der Sekundarstufe II etwas besser verankert als in der Sekundarstufe I. Interessant ist hierbei, dass diese zentrale Denk- und Erkenntnisweise im Zentralabitur in der Ökonomischen Bildung keine Rolle spielt.

Siehe hierzu: OeBiX-Zentralabitur | Flossbach von Storch Stiftung (flossbachvonstorch-stiftung.de)

Die Studienergebnisse zur Verankerung der Ökonomischen Bildung in den Hochschulcurricula

Wenig Ökonomische Bildung in sozialwissenschaftlichen Integrationsfächern

Warum das relevant ist:

Lehrkräfte, die Ökonomische Bildung in der Schule unterrichten sollen, benötigen eine fundierte wirtschaftswissenschaftliche und wirtschaftsdidaktische Ausbildung. Wie in jedem anderen Lehramtstudium steht auch hier für jedes Fach nur ca. ein Drittel der Gesamtstudienzeit zur Verfügung.

Das zeigt die Studie:

Insbesondere in Studiengängen, die auf sozialwissenschaftliche Integrationsfächer (Sozialwissenschaften) oder Kombinationsfächer (Politik-Wirtschaft) vorbereiten sollen, ist der Anteil der Ökonomischen Bildung deutlich geringer als für die anderen Bezugsdisziplinen des Fachs: Er liegt im Bundesdurchschnitt bei ca. einem guten Fünftel des Studienfachs bei sozialwissenschaftlichen Integrationsfächern, statt – wie zu erwarten wäre – bei einem Drittel. In der Fächergruppe Politik-Wirtschaft beträgt der Anteil ein Drittel, statt – wie zu erwarten wäre – etwa die Hälfte.

Nur in den Studiengängen, die sich auf ein eigenständiges Fach Wirtschaft beziehen, wird der Anteil des jeweiligen Studienfachs auch weitestgehend für wirtschaftswissenschaftliche und wirtschaftsdidaktische Veranstaltungen genutzt. Aber auch in diesen Studiengängen wie auch in den entsprechenden Schulfächern werden Bezüge zu anderen Disziplinen hergestellt.

Damit sind die zeitlichen Rahmenbedingungen für eine fundierte fachliche und fachdidaktische Ausbildung der angehenden Wirtschaftslehrkräfte, nur im eigenständigen Fach Wirtschaft gegeben. In Studiengängen der Fächergruppe Wirtschaft und Recht ist der Anteil wirtschaftswissenschaftlicher und -didaktischer Module zwar geringer, aber immer klar über zwei Drittel des Gesamtumfangs des Studienfachs.

Integrationsfächer sind nicht integrativer

Warum das relevant ist:

Ein umfassendes Verständnis für Themen wie die Umwelt- und Klimaproblematik oder die soziale Ungleichheit – in der Bildungsforschung als epochaltypische Schlüsselprobleme (Klafki*) bekannt –, kann durch die Einnahme verschiedener fachlicher Perspektiven (z. B. der Wirtschaftswissenschaften und der Politikwissenschaften) gefördert werden, weil die jeweiligen Disziplinen verschiedene, komplementäre Erklärungs- und Lösungsansätze bieten. Integrationsfächern wird hierbei der strukturelle Vorteil zugeschrieben, eine solche interdisziplinäre Auseinandersetzung besser realisieren zu können als dies in eigenständigen Fächern möglich wäre, weil diese weitestgehend nur auf eine Bezugsdisziplin zurückgreifen.

Das zeigt die Studie:

Dieser Vorteil zeigt sich mit Blick auf die analysierten Curricula zu den Studiengängen jedoch nicht: So ist der Anteil entsprechender integrativer Module, in denen verschiedene fachwissenschaftliche Disziplinen verknüpft werden können, in den Hochschulcurricula der Studiengänge für sozialwissenschaftliche Kombinations- und Integrationsfächer nicht wesentlich höher als in Studiengängen für eigenständige Fächer Wirtschaft.

* Klafki, Wolfgang (2007): Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. 4. Aufl. Weinheim.

In sozialwissenschaftlichen Integrationsfächern gibt es kaum Berufliche Orientierung

Warum das relevant ist:

Berufliche Orientierung (BO) ist eine wichtige schulische Gesamtaufgabe, inhaltlich geht es beispielsweise um Ausbildungswege, Potenzialanalysen, Berufswahltheorien etc. Einen wesentlichen Beitrag in den Schulen zur BO leisten die (Anker-)Fächer der Ökonomischen Bildung wie Wirtschaft, Politik-Wirtschaft und Sozialwissenschaften. Auf diese Aufgabe müssen dementsprechend vor allem auch die angehenden Lehrkräfte für diese Fächer vorbereitet werden.

Das zeigt die Studie:

In den Studiengängen für eigenständige Fächer Wirtschaft sowie für arbeits-, technik- und hauswirtschaftsorientierte Integrationsfächer sind Inhalte der beruflichen Orientierung i. e. S. wie u. a. Potenzialanalysen oder Berufswahltheorien entsprechend verankert. In den Kombinationsfächern Politik-Wirtschaft, Wirtschaft und Recht und insbesondere in den Studiengängen für sozialwissenschaftliche Integrationsfächer, ist der Anteil der beruflichen Orientierung allerdings marginal. In der Fächergruppe sozialwissenschaftliche Integrationsfächer liegt der Anteil der beruflichen Orientierung bei unter einem Prozent, während er in Studiengängen für eigenständige Fächer sowie für arbeits-, technik- und hauswirtschaftsorientierte Integrationsfächer bei über fünf Prozent liegt.

Betriebswirtschaftslehre ist in sozialwissenschaftlich ausgerichteten Lehramtsstudiengängen nur geringfügig verankert

Warum das relevant ist:

Ökonomische Bildung sollte im Unterricht sowohl betriebs- als auch volkswirtschaftliche Inhalte umfassen. Dementsprechend sollten diese beiden wirtschaftswissenschaftlichen Teildisziplinen auch ausreichend in den entsprechenden Lehramtsstudiengängen abgebildet sein.

Das zeigt die Studie:

Dies ist im Hinblick auf die Betriebswirtschaftslehre (BWL) bei Weitem nicht immer gegeben. Während sich der Anteil der BWL an den Studiengängen für eigenständige Fächer Wirtschaft und für die Fächer Wirtschaft und Recht noch auf rund ein Viertel bzw. ein Drittel des Gesamtumfangs der Studienfächer beläuft, ist ihr Anteil an den Studiengängen für Politik-Wirtschaft und für sozialwissenschaftliche Integrationsfächer deutlich geringer und liegt im Durchschnitt dieser Fächergruppen jeweils bei unter fünf Prozent. Somit werden vor allem die sozialwissenschaftlich ausgerichteten Lehramtsstudiengänge der Bildungsrelevanz der BWL nicht gerecht.

Finanzielle Bildung ist nur in ca. jedem zweiten Studiengang für Wirtschaftslehrkräfte überhaupt verankert

Warum das relevant ist:

Finanzielle Bildung ist ein wichtiger Bereich Ökonomischer Bildung und sollte dementsprechend in den Studiengängen für die (Anker-)Fächer der Ökonomischen Bildung abgedeckt sein.

Das zeigt die Studie:

Diese Anforderung an die Wirtschaftslehrkräftebildung wird allerdings nur in Teilen erfüllt. So konnten in gut drei Viertel der Studiengänge für eigenständige Fächer Wirtschaft sowie für arbeits-, technik- und hauswirtschaftsorientierte Integrationsfächer in mindestens einer Modulbeschreibung explizite Hinweise auf Finanzbildung identifiziert werden.

Bei den Studiengängen der Fächergruppe Wirtschaft und Recht liegt dieser Anteil mit ca. 90 Prozent sogar noch etwas höher. Der Anteil an den Studiengängen für sozialwissenschaftliche Integrationsfächer, in denen in mindestens einem Modul Finanzbildung verankert ist, ist hingegen geringer und liegt bei unter der Hälfte. In diesen Studiengängen liegt der Fokus zudem vor allem auf der Makroebene der Finanzbildung (vor allem Geldpolitik), während die Verbraucherperspektive in der Finanzbildung kaum verankert ist. Ihr Anteil liegt hier bei ungefähr einem Zehntel.

Entrepreneurship Education spielt in sozialwissenschaftlich ausgerichteten Lehramtsstudiengängen fast keine Rolle

Warum das relevant ist:

Die Entrepreneurship Education (EE) gilt als wichtiger Teilbereich einer modernen Ökonomischen Bildung – insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen und ökonomischen Herausforderungen (z. B. Klimawandel, digitaler Strukturwandel, Nachfolge im Mittelstand, Verantwortungsübernahme als Unternehmerin und Unternehmer als auch als abhängig Beschäftigte).

Im Rahmen einer schulischen EE sollen unternehmerische Kreativität, Innovationsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein gefördert und Schülerinnen und Schülern die berufliche Selbstständigkeit als eine zukünftige Handlungsoption aufgezeigt werden.

EE stärkt zudem wichtige Zukunftskompetenzen: Junge Menschen entwickeln wichtige Führungs- und Leitungskompetenzen; sie lernen eigene Projekte zu leiten, Entscheidungen zu treffen sowie Risiken abzuschätzen und werden zu mehr Selbständigkeit ermutigt.

Das zeigt die Studie:

In den Studiengängen für Lehrkräfte für die (Anker-)Fächer der Ökonomischen Bildung spielt EE insgesamt eine untergeordnete Rolle. So liegt der Anteil der Studiengänge, in denen in mindestens einer Modulbeschreibung ein expliziter Hinweis auf EE identifiziert werden konnte über alle Fächergruppen hinweg bei ca. einem knappen Viertel, in Studiengängen für sozialwissenschaftliche Integrationsfächer sogar bei nur rund einem Zehntel.

Besser ist die EE in Studiengängen für eigenständige Fächer Wirtschaft sowie für Kombinationsfächer Wirtschaft und Recht verankert. In ca. einem Drittel der Studiengänge für eigenständige konnte ein expliziter Hinweis auf EE identifiziert werden. Bei Studiengängen der Fächergruppe Wirtschaft und Recht liegt dieser Anteil bei gut 40%.

Verbraucherbildung nur in ca. jedem zweiten Studiengang für Wirtschaftslehrkräfte überhaupt verankert

Warum das relevant ist:

Verbraucherbildung ist ein zentrales Themenfeld der Ökonomischen Bildung. Inhaltlich stehen hierbei verschiedene wirtschaftliche und finanzielle Handlungsfelder von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie die Einflüsse auf deren Entscheidungen im Fokus.

Das zeigt die Studie:

In den Studiengängen für die Ankerfächer der Ökonomischen Bildung ist die Verbraucherbildung allerdings bei weitem nicht umfassend verankert. Nur in rund jedem zweiten dieser Studiengänge konnten in den Modulbeschreibungen explizite Nennungen aus dem Bereich der Verbraucherbildung identifiziert werden. Während dieser Anteil insbesondere bei den Studiengängen der Fächergruppe eigenständige Fächer Wirtschaft, aber auch bei denen für die arbeits-, technik- und hauswirtschaftsorientierten Integrationsfächer höher liegt, ist er in den Studiengängen für sozialwissenschaftliche Integrationsfächer im Durchschnitt deutlich niedriger und liegt hier bei ca. einem Fünftel.

Wissenschaftlich realisiert von Institut für Ökonomische Bildung, herausgegeben von der Flossbach von Storch Stiftung

Prof. Dr. Dirk Loerwald, Wissenschaftliche Leitung/Geschäftsführung

Institut für Ökonomische Bildung gemeinnützige GmbH (IÖB)
an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Das Institut für Ökonomische Bildung Oldenburg (IÖB) verfolgt das grundlegende Ziel der Förderung der ökonomischen Bildung. Diese erfolgt durch die Bereitstellung von wissenschaftlichen Erkenntnissen über ökonomische Lehr-Lern-Prozesse und die Entwicklung von Hilfestellungen für den Unterricht.

Vorständin Verena von Hugo

Verena von Hugo, Vorständin

Flossbach von Storch Stiftung
Köln

Verena von Hugo ist seit 2018 Vorständin der Flossbach von Storch Stiftung. Die an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Humboldt-Universität zu Berlin ausgebildete Diplom-Volkswirtin war von 1998 bis 2018 bei der Handelsblatt Mediagroup in Düsseldorf unter anderem als Projektleiterin für strategische Projekte sowie ab 2006 als Projektleiterin der Handelsblatt Bildungsinitiativen tätig. Ihr Tätigkeitsfeld heute umfasst Wirtschafts- und Finanzbildung in den Bereichen Schule, Hochschule und für die breite Bevölkerung im Rahmen von eigenen sowie Förderprojekten.