Baden-Württemberg


Baden-Württemberg in der OeBiX-Studie auf Platz zwei

Alleinstellungsmerkmal beim Pflichtfach Wirtschaft – überdurchschnittlich gute Lehrkräftebildung.

 

 

An allen weiterführenden allgemeinbildenden Schulformen wird in Baden-Württemberg mit dem Fach „Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung“ ein eigenständiges Pflichtfach Wirtschaft unterrichtet - ein Alleinstellungsmerkmal dieses Bundeslandes. Auch in der Wirtschaftslehrkräftebildung an Hochschulen ist Baden-Württemberg überdurchschnittlich gut aufgestellt. So sind wirtschaftswissenschaftliche und wirtschaftsdidaktische Inhalte gut in den Studiengängen für Wirtschaftslehrkräfte verankert. Im Gesamtindex schneidet Baden-Württemberg überdurchschnittlich gut ab und belegt den zweiten Platz. Optimierungspotenzial gibt es vor allem hinsichtlich der für das Fach „Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung“ zur Verfügung stehenden Kontingentstunden.

 

Baden-Württemberg schneidet mit 66,22 Prozent überdurchschnittlich gut ab

 

In der OeBiX-Studie belegt Baden-Württemberg hinter Niedersachsen Platz zwei.

Baden-Württemberg im Gesamtindex und in den beiden Teilindizes jeweils überdurchschnittlich gut

Auch in den Teilindizes des OeBiX-Gesamtindex schneidet das Bundesland gut ab. Herauszustellen ist das Ergebnis im Teilindex Lehrkräftebildung mit 86,60 Prozent – das sind 47,40 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt (39,20 Prozent). So gut schneidet kein anderes Bundesland in der Lehrkräftebildung ab. Auch beim Teilindex Schule liegt Baden-Württemberg mit 56,03 Prozent über dem Bundesdurchschnitt (48,50 Prozent). Mit 66,22 Prozent kommt Baden-Württemberg im Gesamtindex der OeBiX-Studie auf Platz zwei und liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt (45,40 Prozent).

Top-Werte bei der Lehrkräftebildung, bei den Kontingentstunden noch Luft nach oben

Im Bundesvergleich ist Baden-Württemberg in nahezu allen Erhebungskategorien gut aufgestellt, die in die OeBiX-Studie eingeflossen sind. Bei der Ausstattung mit wirtschaftsdidaktischen Professuren für den Unterricht an nicht-gymnasialen Schulformen erreicht das Land einen Wert von 100 Prozent, ähnlich gute Werte gibt es beim Angebot entsprechender Studiengänge (94,56 Prozent). Allein beim Angebot von ökonomischen Bildungsinhalten an Schulen, gemessen an den Kontingentstunden, gibt es Verbesserungspotenzial.

Teilindex Schule

Schulfächer für die Ökonomische Bildung

Für die OeBiX-Studie wurde pro Bundesland und Schulform sowie Schulstufe jeweils ein Ankerfach für die Ökonomische Bildung im Pflichtbereich identifiziert. Da im Wahlpflichtbereich in einigen Fällen pro Schulform mehrere klar auf Wirtschaft fokussierte Wahlpflichtfächer angeboten werden können, wurden, anders als bei den Pflichtfächern, zum Teil auch mehrere Wahlpflichtfächer pro Schulform und -stufe in einem Bundesland bei den Berechnungen berücksichtigt. Diese Pflicht- und Wahlpflichtfächer stellen eine Berechnungsgrundlage für den OeBiX dar. Auf der Basis der jeweiligen behördlichen Dokumente (Lehrpläne, Verordnungen, Stundentafeln etc.) für die Sekundarstufen I und II wurden die für die jeweiligen Ankerfächer veranschlagten Kontingentstunden ermittelt. In einigen Stundentafeln sind die Kontingentstunden für mehrere Fächer in Summe angegeben, ohne dass der Anteil der einzelnen Fächer benannt ist. In diesen Fällen wurden die Kontingentstunden über den Durchschnitt ermittelt. Dabei wurde auch berücksichtigt, dass die Fächer ggf. in unterschiedlich vielen Jahrgängen unterrichtet werden. Sind Mindeststunden für ein Fach angegeben, wurden diese zugrunde gelegt.  Ökonomische Bildung ist in der Regel in einem Integrationsfach verankert. In diesen Fällen wurden die entsprechenden Curricula gesichtet, um den Anteil der ökonomischen Inhalte in dem Fach zu bestimmen. Entsprechend  dieses Anteils wurde die Anzahl der Kontingentstunden für die Ökonomische Bildung bestimmt.

Kontingentstunden Ökonomische Bildung in wirtschaftsaffinen Ankerfächern der Sekundarstufe I (nur Pflicht)

Schulformübergreifend erhalten die Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg in der Sekundarstufe I bis zu fünf Kontingentstunden Ökonomische Bildung im Pflichtbereich. Damit ist das Maß von sechs Kontingentstunden für ein Nebenfach - mit Ausnahme der gymnasialen Sekundarstufe I - fast erreicht.

Fächervergleich anhand von Kontingentstunden Sekundarstufe I (nur Pflicht)

In der gymnasialen Sekundarstufe I schneidet auch in Baden-Württemberg die Ökonomische Bildung im Vergleich zu etablierten Nebenfächern nicht gut ab. Hier gibt es bei drei Kontingentstunden im Pflichtbereich noch Luft nach oben, Nebenfächer wie Erdkunde, Geschichte oder Biologie werden mit sieben bis zehn Kontingentstunden im Pflichtbereich deutlich mehr unterrichtet. Etwas besser sieht es in der Sekundarstufe I an nicht-gymnasialen Schulformen aus: Dort nähert sich die Ökonomische Bildung mit fünf Kontingentstunden im Pflichtbereich dem Stundenvolumen eines normalen Nebenfachs an. Allerdings liegt auch hier die Ökonomische Bildung hinter Nebenfächern wie Erdkunde, Geschichte oder Biologie zurück. Jedoch ist der Abstand nicht so groß wie in der gymnasialen Sekundarstufe I.

Teilindex Lehrkräftebildung

Ökonomische Bildung an Universitäten sehr gut verankert

Die Hochschulen sind mit Blick auf die wirtschaftsdidaktischen Professuren im Vergleich zu den meisten anderen Bundesländern sehr gut ausgestattet: In der Lehrkräftebildung für die nicht-gymnasialen Schulformen gibt es an allen Standorten eine wirtschaftsdidaktische Professur. Von den Hochschulen, an denen auf Lehramt für das Gymnasium studiert werden kann, sind drei Standorte ohne wirtschaftsdidaktische Professur.

„Das Fach Wirtschaft genießt auch an den beruflichen Gymnasien
einen hohen Stellenwert"

Prof. Dr. Franziska Birke
Pädagogische Hochschule Freiburg, Institut für Berufs- und Wirtschaftspädagogik