Hessen


Hessen liegt bei der OeBiX-Studie im Mittelfeld

An allen weiterführenden allgemeinbildenden Schulen gibt es das Pflichtfach Politik und Wirtschaft – in der Wirtschaftslehrkräftebildung gibt es Optimierungspotenziale.

 

 

In Hessen können die Schülerinnen und Schüler in der gymnasialen Oberstufe ein eigenständiges Fach Wirtschaft wählen. An allen weiterführenden allgemeinbildenden Schulformen in Hessen wird das Pflichtfach Politik und Wirtschaft unterrichtet, das zu 50 Prozent ökonomische Inhalte umfasst. Optimierungspotenziale bestehen in Hessen vor allem in der Wirtschaftslehrkräftebildung. So gibt es an keinem Hochschulstandort, an dem Wirtschaftslehrkräfte ausgebildet werden, eine wirtschaftsdidaktische Professur. Auch spielen wirtschaftswissenschaftliche und wirtschaftsdidaktische Inhalte in den Studiengängen eine untergeordnete Rolle.

Beim Gesamtindex liegt Hessen im Mittelfeld (Platz acht).

 

Hessen liegt in der OeBiX-Studie im Mittelfeld

Hessen erreicht in der OeBiX-Studie einen Wert von 45,68 Prozent und belegt im Vergleich der Bundesländer den achten Platz.

Hessen liegt beim OeBiX-Gesamtindex im Bundesdurchschnitt, die Werte für die Teilindizes fallen unterschiedlich aus

Hessen liegt im OeBiX-Gesamtindex mit einem Wert von 45,68 Prozent ziemlich genau im Bundesdurchschnitt (45,40 Prozent). Auffällig ist das unterschiedliche Abschneiden in den Teilindizes. Im Teilindex Schule liegt Hessen mit einem Wert von 57,50 Prozent neun Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt (48,50 Prozent). Anders verhält es sich im Teilindex Lehrkräftebildung. Hier erreicht Hessen lediglich 22,03 Prozent und liegt damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (39,20 Prozent).

Hessen schneidet in den Erhebungskategorien des Gymnasiums überdurchschnittlich ab

Hessen schneidet in den Erhebungskategorien, die das Gymnasium betreffen, überdurchschnittlich ab. In der Einführungsphase der Sekundarstufe II konnte Hessen das Maß von zwei Kontingentstunden sogar übererfüllen. In den Erhebungskategorien der nicht-gymnasialen Schulformen und der Lehrkräftebildung hingegen werden unterdurchschnittliche Ergebnisse erreicht. Auffällig ist, dass insbesondere in der Wirtschaftslehrkräftebildung für das Gymnasium, den Erhebungskategorien „Professuren Gymnasium“ und „Studiengänge Gymnasium“ Ergebnisse erzielt wurden, die sehr deutlich unter dem jeweiligen Bundesdurchschnitt liegen.

Teilindex Schule

Schulfächer für die Ökonomische Bildung

Für die OeBiX-Studie wurde pro Bundesland und Schulform sowie Schulstufe jeweils ein Ankerfach für die Ökonomische Bildung im Pflichtbereich identifiziert. Da im Wahlpflichtbereich in einigen Fällen pro Schulform mehrere klar auf Wirtschaft fokussierte Wahlpflichtfächer angeboten werden können, wurden, anders als bei den Pflichtfächern, zum Teil auch mehrere Wahlpflichtfächer pro Schulform und -stufe in einem Bundesland bei den Berechnungen berücksichtigt. Diese Pflicht- und Wahlpflichtfächer stellen eine Berechnungsgrundlage für den OeBiX dar. Auf der Basis der jeweiligen behördlichen Dokumente (Lehrpläne, Verordnungen, Stundentafeln etc.) für die Sekundarstufen I und II wurden die für die jeweiligen Ankerfächer veranschlagten Kontingentstunden ermittelt. In einigen Stundentafeln sind die Kontingentstunden für mehrere Fächer in Summe angegeben, ohne dass der Anteil der einzelnen Fächer benannt ist. In diesen Fällen wurden die Kontingentstunden über den Durchschnitt ermittelt. Dabei wurde auch berücksichtigt, dass die Fächer ggf. in unterschiedlich vielen Jahrgängen unterrichtet werden. Sind Mindeststunden für ein Fach angegeben, wurden diese zugrunde gelegt.  Ökonomische Bildung ist in der Regel in einem Integrationsfach verankert. In diesen Fällen wurden die entsprechenden Curricula gesichtet, um den Anteil der ökonomischen Inhalte in dem Fach zu bestimmen. Entsprechend  dieses Anteils wurde die Anzahl der Kontingentstunden für die Ökonomische Bildung bestimmt.

Kontingentstunden Ökonomische Bildung in wirtschaftsaffinen Ankerfächern der Sekundarstufe I (nur Pflicht)

Am Gymnasium stehen im Pflichtbereich 4,5 Kontingentstunden (G8) bzw. 3,5 Kontingentstunden (G9) für die Ökonomische Bildung zur Verfügung. Die nicht-gymnasialen Schulformen sind in Hessen mit einem geringeren Stundenkontingent an Ökonomischer Bildung ausgestattet. So erhalten die Schülerinnen und Schüler von Haupt- und Realschulen je drei Kontingentstunden Ökonomische Bildung und an Integrierten Gesamtschulen sind nur zwei Kontingentstunden für Ökonomische Bildung im Pflichtbereich vorgesehen.

Fächervergleich anhand von Kontingentstunden Sekundarstufe I (nur Pflicht)

In der gymnasialen Mittelstufe in Hessen schneidet die Ökonomische Bildung im Vergleich zu etablierten Nebenfächern zwar besser ab als an den nicht-gymnasialen Schulformen, jedoch werden auch am Gymnasium nicht die Stundenkontingente anderer Nebenfächer erreicht. Hier stehen im Pflichtbereich für die Ökonomische Bildung im Durchschnitt vier Kontingentstunden zur Verfügung. Sowohl andere gesellschaftswissenschaftliche als auch die naturwissenschaftlichen Fächer sind besser verankert. In der Sekundarstufe I der nicht-gymnasialen Schulformen liegt Ökonomische Bildung im Vergleich zu anderen etablierten Nebenfächern ebenfalls zurück, der Abstand zwischen den Stundenkontingenten, die für die verschiedenen Bildungsanliegen zur Verfügung stehen, ist noch deutlicher als an der gymnasialen Mittelstufe. So stehen der Ökonomischen Bildung im Pflichtbereich durchschnittlich 2,67 Kontingentstunden zur Verfügung. Für andere gesellschaftswissenschaftliche bzw. naturwissenschaftliche Fächer stehen mindestens doppelt so viele Kontingentstunden zur Verfügung.

Teilindex Lehrkräftebildung

Keine wirtschaftsdidaktische Professur in Hessen

In der Wirtschaftslehrkräftebildung in Hessen gibt es keine wirtschaftsdidaktische Professur. An zwei Studienstandorten in Hessen gibt es integrative Professuren. An drei weiteren Standorten sind weder wirtschaftsdidaktische noch integrative Professuren zu finden.