Sachsen


Sachsen belegt in der OeBiX-Studie den vorletzten Platz

In Sachsen gibt es kein eigenständiges Fach Wirtschaft; an den Universitäten keine einzige wirtschaftsdidaktische Professur.

 

In Sachsen gibt es weder im Pflicht- noch im Wahlpflichtbereich ein eigenständiges Fach Wirtschaft. Der Anteil ökonomischer Inhalte im wirtschaftsaffinen Pflichtfach in der Oberschule (Wirtschaft-Technik-Haushalt/ Soziales) liegt allerdings bei 50 Prozent. Im wirtschaftsaffinen Pflichtfach am Gymnasium (Gemeinschaftskunde/ Rechtserziehung/ Wirtschaft) beträgt dieser Anteil ca. ein Drittel. Auch bei der Wirtschaftslehrkräftebildung in Sachsen bestehen Optimierungspotenziale. So gibt es im ganzen Bundesland keine einzige wirtschaftsdidaktische Professur, die für das allgemeinbildende Lehramt zuständig ist.

Im Gesamtindex belegt Sachsen den vorletzten Platz (Platz 15).

 

 

Sachsen kommt in der OeBiX-Studie auf Rang 15

Sachsen erreicht im Gesamtindex nur 27,42 Prozent, der zweitschlechteste Wert.

Sachsen liegt in beiden Teilindizes unterhalb des Durchschnitts

Sachsen liegt bei beiden Teilindizes sowie beim OeBiX-Gesamtindex deutlich unterhalb des Bundesdurchschnitts. Beim Teilindex Schule kommt Sachsen auf 30,32 Prozent. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 48,50 Prozent. Beim Teilindex Lehrkräftebildung kommt Sachsen auf 21,61 Prozent – das sind 17,59 Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt (39,20 Prozent).

Ökonomische Bildung in Sachsen: Optimierungspotenziale in allen Bereichen

Sachsen liegt in allen Bereich unterhalb des Bundesdurchschnitts. Mit Blick auf die Kategorie „Professuren nicht-gymnasial“ kommt Sachsen mit 50 Prozent sehr nah an den Bundesdurchschnitt (50,37 Prozent) heran. Bei den Kategorien zur gymnasialen Lehrkräftebildung liegt Sachsen allerdings deutlich unterhalb des Bundesdurchschnitts. So gibt es in Sachsen keine einzige wirtschaftsdidaktische Professur, die für die Wirtschaftslehrkräftebildung für das gymnasiale Lehramt verantwortlich ist. Auch spielen in den Studiengängen für das wirtschaftsaffine Ankerfach im Gymnasium wirtschaftswissenschaftliche und wirtschaftsdidaktische Inhalte eine deutlich geringere Rolle als im Bundesdurchschnitt.

Teilindex Schule

Schulfächer für die Ökonomische Bildung

Für die OeBiX-Studie wurde pro Bundesland und Schulform sowie Schulstufe jeweils ein Ankerfach für die Ökonomische Bildung im Pflichtbereich identifiziert. Da im Wahlpflichtbereich in einigen Fällen pro Schulform mehrere klar auf Wirtschaft fokussierte Wahlpflichtfächer angeboten werden können, wurden, anders als bei den Pflichtfächern, zum Teil auch mehrere Wahlpflichtfächer pro Schulform und -stufe in einem Bundesland bei den Berechnungen berücksichtigt. Diese Pflicht- und Wahlpflichtfächer stellen eine Berechnungsgrundlage für den OeBiX dar. Auf der Basis der jeweiligen behördlichen Dokumente (Lehrpläne, Verordnungen, Stundentafeln etc.) für die Sekundarstufen I und II wurden die für die jeweiligen Ankerfächer veranschlagten Kontingentstunden ermittelt. In einigen Stundentafeln sind die Kontingentstunden für mehrere Fächer in Summe angegeben, ohne dass der Anteil der einzelnen Fächer benannt ist. In diesen Fällen wurden die Kontingentstunden über den Durchschnitt ermittelt. Dabei wurde auch berücksichtigt, dass die Fächer ggf. in unterschiedlich vielen Jahrgängen unterrichtet werden. Sind Mindeststunden für ein Fach angegeben, wurden diese zugrunde gelegt.  Ökonomische Bildung ist in der Regel in einem Integrationsfach verankert. In diesen Fällen wurden die entsprechenden Curricula gesichtet, um den Anteil der ökonomischen Inhalte in dem Fach zu bestimmen. Entsprechend  dieses Anteils wurde die Anzahl der Kontingentstunden für die Ökonomische Bildung bestimmt.

Kontingentstunden Ökonomische Bildung in wirtschaftsaffinen Ankerfächern der Sekundarstufe I (nur Pflicht)

Die Unterrichtszeit für ein normales Nebenfach von sechs Kontingentstunden im Pflichtbereich der Sekundarstufe I wird damit in Sachsen in keiner Schulform auch nur ansatzweise erreicht. An der Oberschule in Sachsen steht in der Sekundarstufe I im Pflichtbereich mit zumindest vier Kontingentstunden doppelt so viel Zeit für Ökonomische Bildung zur Verfügung wie im Pflichtbereich der Sekundarstufe I des Gymnasiums.

Fächervergleich anhand von Kontingentstunden Sekundarstufe I (nur Pflicht)

Im Pflichtbereich der Sekundarstufe I des Gymnasiums steht für Ökonomische Bildung deutlich weniger Unterrichtszeit zur Verfügung als für andere Nebenfächer, wie Erdkunde, Geschichte oder die Naturwissenschaften. Erdkunde und Biologie werden beispielsweise jeweils fünfmal so viel unterrichtet wie Ökonomische Bildung. Etwas besser als im Gymnasium sieht es im Pflichtbereich der Sekundarstufe I der nicht-ymnasialen Schulform (Oberschule) aus. Aber auch hier steht für alle anderen Nebenfächer mehr Unterrichtszeit im Pflichtbereich zur Verfügung als für Ökonomische Bildung. Die Unterschiede sind in Teilen auch hier deutlich. So sind beispielsweise für Erdkunde acht und für Physik zehn Kontingentstunden vorgesehen, für die Ökonomische Bildung aber nur vier.

Teilindex Lehrkräftebildung

In Sachsen gibt es keine wirtschaftsdidaktische Professur

Bei der Ausstattung der Universitäten mit wirtschaftsdidaktischen Professuren gibt es in Sachsen Optimierungspotenzial. Dies gilt insbesondere für die gymnasiale Wirtschaftslehrkräftebildung. Für das Lehramt an nicht-gymnasialen Schulformen gibt es immerhin eine integrative Professur.